Ulrich Müller macht nur einige Schritte ins höhere Gras, schon steht er neben einer Wiesen-Flockenblume, auf der sich gleich vier oder fünf Schachbrettfalter tummeln. Gemeinsam mit Besuchern der „Streuobstheimat“ bei Elfershausen zählt der Botaniker vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz rund 30 verschiedene Arten von Wiesenkräutern. „Und ich prophezeie Ihnen: Es werden noch viel mehr werden“, betont Ulrich Müller. Für die App „natur.digital“ der Bayerischen Staatsregierung informiert er zusammen mit seiner Kollegin, der Biologin Lilian Feulner, am Rande des Sommerfestes 2026 zwischen den Obstbäumen über die Artenvielfalt, die eine Streuobstwiese hervorbringt und erhält.
„Das Insektenhotel ist dieses Jahr richtig gut besucht“, pflichtet Christian Reusch bei. Der Biolandwirt betreut die Musterstreuobstwiese nahe Hammelburg in Unterfranken, die in Kooperation mit REWE Region Süd und der Hannheinehof Lebensmittel GmbH angelegt wurde. Reusch ist froh, dass die mehr als 100 Bäume und 250 Sträucher in diesem Jahr trotz insgesamt zunehmender Trockenheit durch den Klimawandel noch nicht bewässert werden mussten. Viele weitere der jungen Bäumchen tragen nun Früchte: Rot und grün leuchten etwa die Apfelsorten zwischen den Blättern hervor – und das bereits Anfang Juli.
Nicht nur das Ampfer-Grünwidderchen, ein schillernder Falter, den die Biologen auf der Wiese entdecken, genießt dieses Obst- und Insektenparadies. Zahlreiche Besucher freuen sich über gegrillte Bio-Spezialitäten wie den Apfelburger, selbstgebackene Kuchen und Säfte der nahen Kelterei Söder in Sandberg oder Getränke vom Hannheinehof. Auch das "Smoothie-Bike" stand wieder bereit, mit dem sich die Gäste ihren Lieblings-Fruchtdrink selbst mixen konnten.
Die Experten und Obstbauer Reusch sind sich einig: Die Wiese unterhalb der malerischen Trimburg entwickelt sich prächtig und entfaltet ihre Wirkung. Zahlreiche weitere Arten von Pflanzen und Insekten siedeln sich an und tragen ihren Teil dazu bei, den Menschen mit gesunden, leckeren Früchten zu versorgen.